Vom Fränkischen Bier zur Thüringer Bratwurst

Dampfmaschine „Georg“ zieht aus dem Dunstkreis der Nürnberger Bratwurst in den Tempel der Thüringer Bratwurst – das Bratwurstmuseum.
Die Dampfmaschine gilt als wichtige Triebfeder der Industriellen Revolution. Überall in Europa wurden ab Beginn des 19. Jahrhunderts riesige Fabrikanlagen gebaut, in denen die leistungsfähigen Maschinen zum Einsatz kamen. Über ein ausgeklügeltes Riemensystem konnten die Dampfmaschinen alle anderen Maschinen oder später auch Stromerzeuger antreiben. Auch in Brauereien und Fleischereien kamen diese Ungetüme zum Einsatz. Dem 1. Deutschen Bratwurstmuseum ist es nun gelungen ein herausragendes Exemplar dieser Gattung zu erwerben.
Die Dampfmaschine „Georg“ wurde im Rahmen der Versteigerung des Inventares der Lederer Kulturbrauerei in Nürnberg durch die Auktionsplattform „Restlos“ angeboten und das Bratwurstmuseum erhielt als Meistbietender der Zuschlag. Die Dampfmaschine wurde 1911 von MAN gebaut und versah 80 Jahre ihren Dienst in einer Brauerei in Baden Württemberg. Seit 1996 im Besitz der Lederer Kulturbrauerei, wurde sie allabendlich im Rahmen einer Multimediavorführung in Betrieb genommen. Mit etwa 5 Tonnen Gewicht und einem Schwungraddurchmesser von 2,70 Meter war der Koloss die Attraktion der Kulturbrauerei.
Im Bratwurstmuseum wird die Maschine, im Kontext mit transmissionsgetriebenen Fleischereimaschinen, die technische Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts illustrieren. Der Thüringer Bratwurstkönig, der Thüringer Bratwurstminister und weitere Vertreter des Museums werden in der kommenden Woche die Maschine in Nürnberg besichtigen, bevor in der 38. KW der Abbau und die Einlagerung erfolgt. Geplant ist die Wiederinbetriebnahme mit der Eröffnung des neuen Museums in Mühlhausen im nächsten Jahr. Ganz fremd wird sich die Maschine bestimmt nicht in Thüringen fühlen, geht es im Museum doch auch, unter Anderem, um die Nürnberger Bratwurst.
Diesen "Dunstabzug" haben wir ebenfalls ersteigert.

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